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Mistress Solitaire - Die Göttin der schwarzen Lust.

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Teil III

Präsentation und Autogrammstunde

 

Insgeheim hofft er auf Befreiung aus seiner gestreckten Lage und auf eine kleine Erholungsphase. Doch Mistress Solitaire setzt ihr grausames Spiel vorerst fort. Straff bindet sie die Hoden ab und legt einen Hodenschirm an. Mit einem Ruck überprüft die Domina den Sitz des Schirms. Mit einem Schrei quittiert der Sklave die Prüfung.

Dann endlich sinken die Deckenketten herab und die Herrin löst seine Handfesseln. „Die Stange ist Deine Aufgabe!“ Stöhnend sackt er in sich zusammen. Nur langsam strömt das Leben in die Schultergelenke zurück. Sein Körper zittert, seine Glieder aber sind fast taub. Er wirkt äußerst unbeholfen, die Karabinerhaken an den Enden der Spreizstange zu erreichen. Mehrere Ansätze. Dann schafft er es.

Standardposition! Auf allen Vieren. Er sucht die Stiefel der Göttin und kriecht auf sie zu. Zwei elegante Türme aus Leder bauen sich vor ihm auf. In Erwartung der Danksagung. Seine Lippen berühren die äußersten Stiefelspitzen.

„Der Sklave dankt der göttlichen Herrin für die Lektion. Der Sklave dankt der göttlichen Herrin, dass sie über ihren Schatten gesprungen ist und ihre kostbare Zeit dafür geopfert hat, um den Sklaven auf den rechten Weg seiner Abrichtung zurückzuführen.“

„Das genügt für heute!“ Ein kurzes Nesteln an seinem Nacken, dann ist die Halsbandkette befestigt. Die Stiefel verschwinden aus seinem Blickfeld. Die Absatzgeräusche entfernen sich, kommen aber bald wieder näher. Neue Geräusche, als würden schwere Gegenstände auf den Teppich fallen. Dann das Klicken eines Karabinerhakens. Er will durch seine Beine schauen, da reißt die Halsbandkette seinen Kopf in die Höhe.

„Nicht so neugierig, Sklave!“ Das genügt. Er hält den Kopf gehoben, wagt nicht mehr, nach hinten zu schauen. Den Blick starr nach vorne gerichtet versucht er neue Kraft zu schöpfen. Er zittert am ganzen Körper. Hat er wieder einen Fehler gemacht? Hat er die Göttin erneut erzürnt? Erregung und Angst kneten seinen Geist wie ein Hammer den glühenden Stahl.

Etwa fünf Minuten Pause werden ihm gegönnt. Da spürt er einen Stiefel auf seinem Rücken. Leicht schmerzhaft drückt sich der spitze Absatz in das Fleisch. Von oben vernimmt er die Stimme der Domina.

„Wir werden jetzt einen Rundgang durch mein Reich, durch meinen Tempel der schwarzen Lust machen. In jedem Zimmer wirst Du eine Runde drehen. Schön auf allen Vieren, so wie es sich für Dich gehört. Und wenn wir auf weitere Gäste treffen sollten, wirst Du Dich vor jeder Person auf den Knien aufrichten, schön Männchen machen und voller Stolz deine genadelten Brustwarzen präsentieren. Dabei darfst Du erzählen, was Du gelernt hast. Haben wir uns verstanden?“

Erst der Schock, dann die Antwort. „Der Sklave hat verstanden, göttliche Gebieterin.“

„Dann los! Folge mir!“ Ein Ruck an der Halsbandkette.

Bereitwillig will er auf allen Vieren folgen. Da trifft ihn ein heißer Schmerz am Hoden. Ihm drohen die Eier abzureißen. Er blickt zwischen seine Beine. Zwei schwarze Kugeln sind mit dem Hodenschirm verbunden. Zwei Kilogewichte. Er stöhnt auf, verweigert sich, der Herrin zu folgen. Die Halsbandkette strafft sich.

Die Göttin der schwarzen Lust dreht sich um und postiert sich neben ihrem knienden Eigentum. Ihre Stimme ist schneidend scharf. „Hoch mit dem Arsch!“ Der Befehl ist ihm vertraut. Er weiß, was verlangt wird. Nur mit Mühe kann er die Füße aufsetzen, seinen Hintern heben, die Beine spreizen und die Knie strecken. Dabei stützt er sich auf den Ellenbogen ab. Köpfchen am Boden, Hintern in die Höh´. So oft geübt. So oft mit der Fürstin aus der Dunkelheit exerziert.

Gott sei dank ist die Kette am Hodenschirm lang genug gewählt, dass er nicht auch die Gewichte mit anheben muss. In jeder Krise steckt eben auch eine Chance.

Eine Gerte streicht prüfend über den Hintern, sucht sich ihr Ziel. Dann zieht die Domina durch. Einmal. Sehr scharf. Grausam scharf. Nach nur einer Sekunde die Zündung. Der Hintern explodiert. Er schreit. Die Knie werden weich, drohen einzubrechen. Mit letzter Mühe kann er seine Position halten. Alles brennt. Der Hintern glüht. Minuten werden verstreichen, bis der nunmehr pochende Schmerz ganz verflogen ist.

Langsam senkt er sich wieder auf alle Viere. Eine Minute Pause, dann der Kommentar der Domina. „Das ist mein Rezept gegen Lahmarschigkeit. Ich werde die Gerte wohl mitnehmen müssen. Als kleine Aufmunterung, wenn Du wieder schlapp machst!“ – „Und jetzt los. Folgen!“

Er beißt die Zähne zusammen. Vorsichtig bewegt er sich nach vorne und bringt die Kilogewichte in Bewegung. Die Hoden schmerzen, aber es geht. Leichte Schwindelgefühle, aber es geht. Schweiß auf der Stirn, aber es geht.

Das ungleiche Paar setzt sich in Bewegung. Eine Runde durch das Zimmer, dann in den Flur. Der Flurboden ist gefliest, doch in der Mitte mit einem cremefarbenen Teppich ausgelegt. Die Göttin schreitet am Rande des Teppichs. ´Klack-klack´ tönen die Absätze ihrer Stiefel auf den Fliesen. Ein scharfes Stakkato. Eine kalte Musik. Kalt wie die Göttin. Dann ´tock-tock-tock´. Mistress Solitaire verschärft das Tempo. Auch wenn sich der Sklave auf allen Vieren auf dem weichen Teppich bewegt, kann er kaum noch folgen. Die Hoden wollen nicht. Die beiden Gewichte auch nicht. Er stockt wie ein störrischer Esel. Stillstand.

Es muss sein! „Position! Arsch hoch!“ kommt es eiskalt von oben. Die Gerte ist gemeiner als die Hodengewichte. Mit aller Schärfe wird der zweite rote Strich markiert. Und mit einem Aufschrei beantwortet. Die Zofe kommt aus dem Nachbarzimmer. Ihr Blick ist fragend.

Die Anordnungen einer Fürstin sind Gesetz. Die sind zu befolgen. Er weiß es. Er hat es erlebt. Er hat die Alternativen gespürt. Er hat gelernt. Der Hintern steht in Feuer. Doch er richtet sich auf, präsentiert wie befohlen seinen Nadelschmuck und erklärt mit weinerlicher Stimme der Zofe die Zusammenhänge. Die Zofe ist sichtlich berührt. Eine Mischung von Amüsement und Mitleid.

Die Stiefel der Domina setzen sich wieder in Bewegung. Die Halsbandkette strafft sich. Weiter. Ohne Erbarmen. Durch den Flur in den Empfangsraum. Stimmen! Dann der Schock. Im Empfangsraum unterhält sich eine weitere Domina mit einem Gast.

Anordnungen von Mistress Solitaire bleiben Gesetz. Also aufrichten. Die Dame immer zuerst. Nadelschmuck präsentieren. Geschichte erzählen. Die Herrin loben. Voller Scham senkt der Sklave dann seinen Kopf und bemüht sich, schnell wieder auf alle Viere zu kommen.

Doch noch größer als die Scham ist die Angst. Er beißt die Zähne zusammen. Jetzt nur nicht patzen und die Herrin womöglich blamieren. Die Folgen würde er nicht mehr ertragen. Aus leidvoller Erfahrung weiß er um die Schmerzorgie, die ihm dann drohen würde. Das nicht noch einmal. Angst macht gefügig. Also zur zweiten Person. Zum männlichen Gast. Schon der Gedanke an die bissige Gerte hilft ihm, sich aufzurichten. Wiederholung der Erniedrigung. Verfehlung nennen und die Maßnahme der Herrin schildern. Der Gast ist sichtlich geschockt. Mistress Solitaire aber lacht. „Hier bekommt jeder, was er braucht.“

Langsam dreht der Sklave vor sechs Augen seine Runde im Empfangsraum. Derweil schlüpft die Fürstin in einen langen Ledermantel. „Etwas kalt hier. Unsereins hat es nicht immer so gut wie dieser Sklave. Der kann sich an seinem Arsch erwärmen.“ Sie ist eine Meisterin der Demütigung.

Wieder zurück in den Flur. Der Gast scheint sich gefangen zu haben. „Wie die leeren Dosen bei einer Hochzeitskutsche,“ ruft er hinterher. Meint er die zwei schwarzen Kugeln, die der Sklave hinter sich herziehen muss?

Zum zweiten Mal treffen sie auf die Zofe. ´Die war schon´, denkt der Sklave und versäumt es, sich erneut aufzurichten. Ein folgenschwerer Fehler, denn einmal ist kein Mal. „Ich befahl Männchen und Bericht bei jeder Person,“ kommt es schneidend scharf von oben. „Also?“ Dann spricht erneut die Gerte. Ein sanftes Surren, ein höllischer Biss, ein furchtbarer Aufschrei.

Drei Minuten vergehen, bis der Sklave sich erneut aufrichten kann, um der Zofe zum wiederholten Mal seine genadelten Warzen zu präsentieren und ihr mit tränenden Augen und kläglichem Wimmern seine Verfehlung zu beichten. Auch die schwarze Lust hat ihre Schattenseiten.

Der Rundgang gestaltet sich zum kleinen Höllentrip. Weitere drei Mal erweist sich der Sklave als störrischer Esel. Mistress Solitaire sieht sich genötigt, mit der Gerte drei weitere Rezepte gegen die Lahmarschigkeit ihres Sklaven zu zeichnen.

Der große Salon war Start – und ist das Ziel. Endlich. Eine letzte Runde um die Streckbank. Dann ist es vorbei. Mit lauter Stimme ruft Mistress Solitaire die Zofe. „Bring´ uns etwas zu trinken.“ Die Domina nimmt auf dem Thron Platz und dirigiert ihren Sklaven vor sich. „Position!“ zischt sie mit eiskalter scharfer Stimme. Mehr ist nicht nötig. Ihr Eigentum postiert sich auf allen Vieren quer zum Thron, damit die Göttin ihre Stiefel auf seinem Rücken ausstrecken kann. Hocker gibt’s eben nicht nur in Möbelgeschäften. Kurz darauf das Geräusch eines Feuerzeuges und der typische Geruch von Zigarettenrauch. Der Sklave zittert vor Angst, denn auch mit Zigaretten hat die Fürstin schon grausame Strafrituale an ihm vollzogen.

Nach einiger Zeit erscheint die Zofe mit einem Glas Sekt und einem roten Hundenapf, den sie vorsichtig vor einem Wandspiegel postiert. Den Sekt reicht sie der Herrin.

Der rote Napf ist zu einem Viertel mit einer Flüssigkeit gefüllt. Die Farbe ist nicht auszumachen, wohl aber die feinen Schwaden aus Wasserdampf. Die Flüssigkeit ist also warm. Diagnose: Frischer Natursekt.

Einige Minuten verstreichen, ohne dass etwas passiert. Einmal abgesehen davon, dass öfters ein Stiefelabsatz schmerzhaft in die Lenden des lebenden Hockers gedrückt wird. Dann erhebt sich die Fürstin, strafft mit einem Ruck die Halsbandkette und dirigiert ihr nacktes Spielzeug zum Napf. Mit großer Erleichterung registriert er, dass am Hodenschirm keine Gewichte mehr hängen.

„Damit Du mir nicht verdurstest. Alles aufnehmen und trocken lecken!“ Ekelgefühle kommen auf. Er ist kein Freund von Natursekt. Und die Herrin weiß es! Im Spiegel kann er erkennen, dass Mistress Solitaire neben ihm steht und alles genau beobachtet. Im linken Lederhandschuh verschwindet die Halsbandkette, im rechten Leder ruht die Gerte. Dieser Anblick genügt. Sein Kopf senkt sich und er beginnt, die noch warme Flüssigkeit zu schlürfen. Nicht einfach bei streng geschnürter Maske.

Nach einigen Schlucken melden sich wieder die Ekelgefühle. Er würgt. Verschluckt sich. Hustet. Stößt gegen den Napf. Einige Tropfen schwappen über den Rand und kullern über den gefliesten Boden.

„Arsch hoch!“ Die Göttin kann grausam sein. Und ihre Gerte. Ein siebtes Mal schneidet sich das geflochtene Leder in sein Fleisch. Ein siebtes Mal explodiert der Hintern.

Er will flüchten, doch die Halsbandkette ist dagegen. Die Domina hält ihn in Position. „Willst Du noch mehr? Kannst Du haben! Hier bleiben und auflecken, aber zack, zack!“

Ergeben taucht der Sklave seinen Mund wieder in den Napf. Das bizarre Spiel wird fortgesetzt. Aber auch der längste Tunnel hat am Ende ein Licht. Der Napf ist geleert und getrocknet, der Fußboden von den Tropfen gesäubert.

Mistress Solitaire beugt sich herunter, fasst seinen Maskenkopf und dreht ihn zum Spiegel. „Brav, mein Sklave. Vorerst bin ich mit Dir einigermaßen zufrieden. Betrachte Dich nun im Spiegel! Betrachte Deinen Sklavenarsch!“

Und er erkennt. Sieben rote Streifen, vier links, drei rechts. Vier Streifen auf der linken Backe bilden ein M, die drei Striche auf der rechten Backe formen ein Runen-S. MS, das Monogramm der Herrin.

„Das soll für heute genügen. Bei der nächsten Autogrammstunde setzen wir auch noch die beiden Punkte. Und zwar mit Zigarettenglut, damit es farblich passt.“

Wieder nimmt sie auf dem Thron Platz und ruft erneut nach der Zofe. Dieser wird aufgetragen, dem Sklaven die Nadeln zu entfernen. Einige Stiche beginnen leicht zu bluten. Nun also doch Kleenex. Die Zofe tupft, bis die Blutungen aufhören.

Erneut die kalte Stimme von Mistress Solitaire: „Hierher!“ Wie schnell er sich doch bemüht, zum Thron zu kriechen. Mit gesenktem Kopf kniet er vor seine Besitzerin und reicht die Halsbandkette nach oben. So wie es erwartet wird. So wie es sich gehört. Gelernt ist gelernt.

Ein scharfer Ruck reißt seinen Kopf nach oben. Es wird ihm die Gnade des Blickkontaktes gewährt - und die Zukunftspläne seiner Herrin.

„In sieben Wochen läuft im Raum Frankfurt wieder eine größere SM-Veranstaltung, die ich besuchen werde. Vielleicht werde ich Dich als Sklavenbegleitung auswählen. Aber Dir ist klar, dass wir bis dahin noch sehr viel Arbeit vor uns haben. Dein Gehorsam lässt zu wünschen übrig, ebenso Deine Belastbarkeit. So ein Weichei wie Dich kann ich kaum an meine Freundinnen ausleihen. Da würde ich mich ja nur blamieren. Wir werden also in den nächsten Wochen noch einige sehr intensive Schmerztrainings durchführen. Ist das klar!“

„Ja, göttliche Herrin. Der Sklave würde sich glücklich schätzen, die Herrin begleiten zu dürfen.“ Dann ein Kuss auf die Stiefelspitze.

„Nimm Dir den Schirm ab!“ Mehr ist nicht nötig. Immer noch vor der Domina kniend schenkt er mit zitternden Händen seinen geschundenen Hoden ihre hängende Freiheit wieder. Und – dumm wie er ist – erwartet er nun so eine Art Zuckerbrot. Stattdessen knappe Aufforderungen. „Umdrehen und Flossen nach hinten!“ Blitzschnell sind die Handfesseln im Rücken verbunden. An der Schulter spürt er ihre Stiefelsohle und den spitzen Absatz. Brutal stößt sie ihn nach vorne.

„In den Käfig mit Dir. Ich habe keine Lust mehr, mit Dir zu spielen.“

Wieder der Ruf nach der Zofe. Diese ergreift das Halsband und führt den Sklaven zu einem kleinen Käfig, gerade groß genug für einen Erwachsenen, wenn sich dieser ganz klein macht. Mit einiger Mühe zwängt er sich hinein und versucht eine halbwegs erträgliche Position zu finden. Schwierig. Sehr schwierig. Kaum ist es geschafft, wird die Käfigtür verschlossen.

Maske, Halsband, nackter Körper. In Eisen gepacktes Spielzeug. Williges Fleisch, das gelernt hat, dass eine Göttin nicht ungestraft angestiert werden darf. Das hat er begriffen. Für den Rest seines Lebens. Doch das Leben ist ein ewiger Lernprozess. Er darf noch sehr viel lernen. Denn im Tempel der schwarzen Lust herrschen noch viele andere Regeln.


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